Ratgeber · Konzert & Chor

Kirchenkonzert filmen: Licht, Akustik und Rücksicht im Kirchenraum

Im Kirchenschiff klingt der Chor wunderbar, auf dem Handyvideo danach oft fern und dunkel. Mit der richtigen Planung von Licht, Ton und Kamerapositionen zeigt die Aufnahme, was die Besucher:innen erlebt haben, ohne den Kirchenraum zu stören.

Von Sebastian Frankenberger, Live-Regie bei Hybrid-Streaming · 6 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Chor singt vor einem goldenen Altar in einer Kirche
Standbild aus unserer Aufzeichnung „Bruckner im Kremstal“, Pfarrkirche Micheldorf

Kurz gesagt

  • Vorher mit Pfarre oder Kirchenverwaltung klären, was wo gefilmt und ob gestreamt wird.
  • Licht: Kirchenbeleuchtung voll nutzen, Gesichter weich aufhellen, niemanden blenden.
  • Ton: eigenes Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, Stützen für Orgel und Sprache, nicht das Kameramikrofon.
  • Kabellose Mini-Kameras an Säulen und auf der Empore stören am wenigsten.
  • Beispiel: 90-Minuten-Konzert mit Ton, Licht und 25 km Anfahrt kostet bei uns 1.021 €.

Worauf kommt es beim Filmen eines Kirchenkonzerts an?

Beim Kirchenkonzert entscheiden drei Dinge über die Aufnahme: genug Licht im oft dunklen Raum, ein Ton, der den Nachhall einfängt, ohne zu verschwimmen, und Rücksicht auf einen Ort, der vor allem Gotteshaus ist. Wer diese drei Punkte vorher plant, bekommt ein Video, das die besondere Stimmung zeigt, statt sie zu stören.

Kirchen sind für Chöre, Orgel und Kammermusik wunderbare Räume. Für die Kamera sind sie anspruchsvoll: hohe Gewölbe, wenig Steckdosen, Bänke, die keinen Platz für Stative lassen, und Publikum, das Ruhe erwartet. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das lösen.

Wen müssen Sie vor dem Filmen in der Kirche fragen?

Zuerst die Pfarre oder Kirchenverwaltung, denn sie entscheidet, ob und wie im Kirchenraum gefilmt werden darf. Klären Sie dabei konkret, was gefilmt wird, wo Kameras stehen, ob der Altarraum betreten werden darf und ob ein Livestream geplant ist. Manche Pfarren haben eigene Regeln für Aufnahmen, fragen Sie danach lieber einmal mehr.

Daneben gibt es drei weitere Ansprechpartner:

  • Mitwirkende: Chor, Solist:innen, Organist:in und Dirigent:in sollten wissen, dass gefilmt wird und wo das Video erscheint.
  • Musikrechte: Für die Veröffentlichung gelten die Regeln von AKM bzw. GEMA. Was für YouTube, Website und USB-Stick gilt, steht im Beitrag Konzertvideo veröffentlichen: AKM, GEMA und YouTube.
  • Publikum: Ein Hinweis auf Plakat, Einladung und am Eingang, dazu mehr weiter unten.

Wie bekommt man genug Licht in eine dunkle Kirche?

Am wirksamsten ist es, die vorhandene Kirchenbeleuchtung voll zu nutzen und den Chor gezielt mit wenigen, weichen Lichtquellen aufzuhellen. Moderne Kameras kommen mit wenig Licht zurecht, aber Gesichter im Halbdunkel wirken auf Video schnell grau und unscharf.

SituationWas hilft
Abendkonzert im Winter, Kirche nur schwach beleuchtetalle Leuchten im Altarraum einschalten, Chor mit weichem Licht von vorne seitlich aufhellen
Nachmittagskonzert mit Sonne durch die FensterProbe zur selben Uhrzeit, damit Lichtwechsel und Gegenlicht vorher bekannt sind
Kerzenstimmung ist gewünschtKerzen im Bild lassen, Gesichter trotzdem dezent aufhellen
Chor steht auf der EmporeLicht und Kamera auf der Empore, Blendung von Organist:in und Dirigent:in vermeiden

Unser Profi-Lichtset kostet 50 € und reicht für die meisten Kirchen, um Gesichter natürlich auszuleuchten. Wichtig ist, dass das Licht nicht blendet. Sänger:innen müssen die Dirigentin oder den Dirigenten sehen, und das Publikum soll nicht in Scheinwerfer blicken.

Tipp: Fragen Sie die Mesnerin oder den Mesner nach allen Lichtschaltern und Stromkreisen. Oft gibt es Leuchten im Chorraum, die nur zu besonderen Festen eingeschaltet werden und für Video genau richtig sind.

Wie klingt ein Chor in der Kirche auch auf der Aufnahme gut?

Der Schlüssel ist ein eigenes Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, nicht das Mikrofon der Kamera. Kameramikrofone stehen meist zu weit weg und nehmen vor allem Nachhall und Raumgeräusche auf. Das Ergebnis klingt dann fern und verwaschen, obwohl es im Kirchenschiff wunderschön war.

Der Mikrofonhersteller DPA empfiehlt für Chöre ein Stereo-Hauptsystem, etwa in AB-, XY- oder ORTF-Anordnung, wobei der Abstand sich nach der Breite des Chors richtet. Zusätzliche Stützmikrofone werden außen voll links und rechts, innen mit 40 bis 60 % im Stereobild verteilt. Abgehört wird über Lautsprecher, nicht nur über Kopfhörer.

In Kirchen kommen oft weitere Klangquellen dazu, die eigene Mikrofone brauchen:

  • Orgel: steht häufig auf der Empore, weit weg vom Chor. Ein eigenes Mikrofon dort sorgt für Balance.
  • Solist:innen und Instrumente: eine Stütze, damit sie nicht im Raum untergehen.
  • Moderation oder Grußwort: ein Sprechermikrofon, denn Sprache wird im Nachhall schnell unverständlich.

Mit der Option Tontechnik (200 €) setzen wir zwei Richtmikrofone, verkabeln Sprecher:innen und bringen bis zu vier weitere Mikrofone mit. Bei großen Besetzungen mit Orchester ist ein eigener Tontechniker (450 €) sinnvoll. Mehr zur Mikrofonierung lesen Sie im Beitrag Chorkonzert aufnehmen: so klingt die Aufnahme wie im Saal.

Wo stehen die Kameras, ohne den Kirchenraum zu stören?

Kameras gehören an Orte, die Publikum, Liturgie und Fluchtwege nicht berühren: an Säulen, seitlich im Chorraum nach Absprache, auf der Empore und am Ende des Mittelgangs. Bei Hybrid-Streaming arbeiten wir mit 5 bis 10 kabellosen Mini-Kameras. Es liegen also keine Kabel quer durch die Bänke, und niemand muss über Stative steigen.

Bewährt haben sich in Kirchen diese Positionen:

  1. Totale von hinten: Mittelgang oder Empore, zeigt Raum, Gewölbe und Chor.
  2. Halbtotale seitlich: an einer Säule, für Gruppen und Stimmen.
  3. Nah auf Dirigent:in: unauffällig im Chorraum, nach Absprache mit der Pfarre.
  4. Orgel und Organist:in: eine Mini-Kamera auf der Empore.
  5. Details: Hände an Instrumenten, Notenpulte, Kerzen.

Eine mobile Kamera mit Assistent (250 €) bringt bewegte Bilder, ist in einer Kirche aber nur sinnvoll, wenn es ruhige Wege gibt. Für die meisten Kirchenkonzerte reichen die fest platzierten Mini-Kameras. Wie wir unauffällig filmen, zeigt der Beitrag Mini-Kameras im Saal.

Was gilt für das Publikum im Kirchenschiff?

Bei öffentlichen Musikaufführungen überwiegt laut Bayerischem Landesamt für Datenschutzaufsicht „in aller Regel“ das Interesse des Vereins, die Veranstaltung zu zeigen. Eine Einwilligung ist vor allem bei Einzelbildern unbeteiligter Zuschauer:innen nötig. Bei Kindern ist „Fingerspitzengefühl“ gefragt, im Zweifel braucht es die Einwilligung der Sorgeberechtigten. Informiert werden muss vorab, etwa per Einladung, Plakat oder mündlich.

In Österreich gilt § 78 UrhG: Eine Veröffentlichung ist unzulässig, wenn berechtigte Interessen der Abgebildeten verletzt werden, zusätzlich gilt die DSGVO. Die Datenschutzbehörde hat bei Kindern festgehalten, dass ein Hinweis in der Ausschreibung nicht als Einwilligung reicht. Praktisch heißt das: Kameras auf Chor und Altarraum richten, Publikum nur von hinten oder in der Totale zeigen, keine Nahaufnahmen von Besucher:innen. Dies ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall prüfen Sie bei der zuständigen Datenschutzstelle.

Kann man ein Kirchenkonzert auch live streamen?

Ja, ein Livestream aus der Kirche ist gut möglich und für viele Pfarrgemeinden besonders wertvoll, etwa für ältere Menschen, die nicht mehr in die Kirche kommen. Die Herausforderung ist meist das Internet, denn viele Kirchen haben kein WLAN. Das Grundpaket umfasst ein 5G-Netzwerk, ob die Verbindung am Ort für einen stabilen Stream reicht, klären wir vorab mit Ihnen.

Als Richtwert nennt YouTube für einen Livestream in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde mindestens 5 und empfohlen 14 Mbit/s Upload. Für den Ton empfiehlt YouTube 128 kbit/s Stereo. Gerade bei Chormusik lohnt es, beim Ton nicht zu sparen.

Was kostet es, ein Kirchenkonzert filmen zu lassen?

Ein Kirchenkonzert bis 2 Stunden kostet bei Hybrid-Streaming im Grundpaket 750 €, mit Kameras, Live-Schnitt, Aufzeichnung und auf Wunsch Livestream. Ein typisches Adventkonzert von 90 Minuten mit Tontechnik und Licht, 25 km vom nächsten Standort entfernt, rechnet sich so:

  • Grundpaket: 750 €
  • Tontechnik für Chor, Orgel und Grußwort: 200 €
  • Profi-Lichtset: 50 €
  • Anfahrt 2 × 25 km zu 0,42 €: 21 €
  • Gesamt: 1.021 €

Die Preise sind Endpreise ohne Umsatzsteuer, da wir Kleinunternehmer sind. Die fertige Aufzeichnung haben Sie meist noch am selben Abend. Ihren Preis berechnen Sie im Preisrechner, alle Leistungen für Chöre finden Sie unter Konzert und Chor aufnehmen lassen, Beispiele unserer Arbeit unter Referenzen.

Quellen: DPA, How to mic a choir, BayLDA, FAQ Bilder und Verein, WKO, Fotografie und Werbung, Tiroler Tageszeitung zur Datenschutzbehörde, YouTube Hilfe, Einstellungen für Livestreams.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Filmen von Kirchenkonzerten

Sprechen Sie das Filmen in jedem Fall vorher mit der Pfarre oder Kirchenverwaltung ab, denn sie ist für den Kirchenraum zuständig. Nennen Sie, was gefilmt wird, wo Kameras stehen, ob ein Livestream geplant ist und wo das Video erscheint. Manche Pfarren haben eigene Regeln für Aufnahmen. Eine schriftliche Zusage per E-Mail schafft Klarheit für alle Beteiligten.

Das Mikrofon des Handys oder der Kamera ist zu weit vom Chor entfernt und nimmt vor allem den Nachhall des Raums auf. Abhilfe schafft ein eigenes Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, wie es der Hersteller DPA für Chöre empfiehlt, ergänzt um Stützmikrofone für Solist:innen oder Orgel. Unsere Option Tontechnik um 200 € deckt das für die meisten Kirchenkonzerte ab.

Bei guter Planung kaum. Wir arbeiten mit kabellosen Mini-Kameras, die an Säulen, auf der Empore oder am Ende des Mittelgangs stehen. Es liegen keine Kabel in den Bänken, und während des Konzerts bewegt sich niemand mit Kamera durch das Kirchenschiff. Die Regie sitzt abseits, sodass weder Publikum noch Liturgie gestört werden.

Bei öffentlichen Musikaufführungen ist das laut BayLDA in aller Regel zulässig, wenn vorab informiert wird; heikel sind Einzelbilder unbeteiligter Personen und Kinder. In Österreich gelten § 78 UrhG und die DSGVO. Zeigen Sie das Publikum am besten nur von hinten oder in der Totale. Keine Rechtsberatung: Prüfen Sie Einzelfälle bei der zuständigen Datenschutzstelle.

Oft ja. Das Grundpaket von Hybrid-Streaming umfasst ein 5G-Netzwerk, ob die Verbindung am Ort stabil genug ist, klären wir vorab mit Ihnen. YouTube empfiehlt für 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde 14 Mbit/s Upload, mindestens 5 Mbit/s. Ist der Empfang zu schwach, bleibt die Aufzeichnung als sichere Lösung und kann noch am selben Abend online gehen.

Kontakt

Ihr Kirchenkonzert in Bild und Ton festhalten

Schicken Sie uns Kirche, Datum und Besetzung. Wir sagen Ihnen, welche Technik der Raum braucht und was es kostet.