Im Kirchenschiff klingt der Chor wunderbar, auf dem Handyvideo danach oft fern und dunkel. Mit der richtigen Planung von Licht, Ton und Kamerapositionen zeigt die Aufnahme, was die Besucher:innen erlebt haben, ohne den Kirchenraum zu stören.
Von Sebastian Frankenberger, Live-Regie bei Hybrid-Streaming · 6 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt
Beim Kirchenkonzert entscheiden drei Dinge über die Aufnahme: genug Licht im oft dunklen Raum, ein Ton, der den Nachhall einfängt, ohne zu verschwimmen, und Rücksicht auf einen Ort, der vor allem Gotteshaus ist. Wer diese drei Punkte vorher plant, bekommt ein Video, das die besondere Stimmung zeigt, statt sie zu stören.
Kirchen sind für Chöre, Orgel und Kammermusik wunderbare Räume. Für die Kamera sind sie anspruchsvoll: hohe Gewölbe, wenig Steckdosen, Bänke, die keinen Platz für Stative lassen, und Publikum, das Ruhe erwartet. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das lösen.
Zuerst die Pfarre oder Kirchenverwaltung, denn sie entscheidet, ob und wie im Kirchenraum gefilmt werden darf. Klären Sie dabei konkret, was gefilmt wird, wo Kameras stehen, ob der Altarraum betreten werden darf und ob ein Livestream geplant ist. Manche Pfarren haben eigene Regeln für Aufnahmen, fragen Sie danach lieber einmal mehr.
Daneben gibt es drei weitere Ansprechpartner:
Am wirksamsten ist es, die vorhandene Kirchenbeleuchtung voll zu nutzen und den Chor gezielt mit wenigen, weichen Lichtquellen aufzuhellen. Moderne Kameras kommen mit wenig Licht zurecht, aber Gesichter im Halbdunkel wirken auf Video schnell grau und unscharf.
| Situation | Was hilft |
|---|---|
| Abendkonzert im Winter, Kirche nur schwach beleuchtet | alle Leuchten im Altarraum einschalten, Chor mit weichem Licht von vorne seitlich aufhellen |
| Nachmittagskonzert mit Sonne durch die Fenster | Probe zur selben Uhrzeit, damit Lichtwechsel und Gegenlicht vorher bekannt sind |
| Kerzenstimmung ist gewünscht | Kerzen im Bild lassen, Gesichter trotzdem dezent aufhellen |
| Chor steht auf der Empore | Licht und Kamera auf der Empore, Blendung von Organist:in und Dirigent:in vermeiden |
Unser Profi-Lichtset kostet 50 € und reicht für die meisten Kirchen, um Gesichter natürlich auszuleuchten. Wichtig ist, dass das Licht nicht blendet. Sänger:innen müssen die Dirigentin oder den Dirigenten sehen, und das Publikum soll nicht in Scheinwerfer blicken.
Tipp: Fragen Sie die Mesnerin oder den Mesner nach allen Lichtschaltern und Stromkreisen. Oft gibt es Leuchten im Chorraum, die nur zu besonderen Festen eingeschaltet werden und für Video genau richtig sind.
Der Schlüssel ist ein eigenes Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, nicht das Mikrofon der Kamera. Kameramikrofone stehen meist zu weit weg und nehmen vor allem Nachhall und Raumgeräusche auf. Das Ergebnis klingt dann fern und verwaschen, obwohl es im Kirchenschiff wunderschön war.
Der Mikrofonhersteller DPA empfiehlt für Chöre ein Stereo-Hauptsystem, etwa in AB-, XY- oder ORTF-Anordnung, wobei der Abstand sich nach der Breite des Chors richtet. Zusätzliche Stützmikrofone werden außen voll links und rechts, innen mit 40 bis 60 % im Stereobild verteilt. Abgehört wird über Lautsprecher, nicht nur über Kopfhörer.
In Kirchen kommen oft weitere Klangquellen dazu, die eigene Mikrofone brauchen:
Mit der Option Tontechnik (200 €) setzen wir zwei Richtmikrofone, verkabeln Sprecher:innen und bringen bis zu vier weitere Mikrofone mit. Bei großen Besetzungen mit Orchester ist ein eigener Tontechniker (450 €) sinnvoll. Mehr zur Mikrofonierung lesen Sie im Beitrag Chorkonzert aufnehmen: so klingt die Aufnahme wie im Saal.
Kameras gehören an Orte, die Publikum, Liturgie und Fluchtwege nicht berühren: an Säulen, seitlich im Chorraum nach Absprache, auf der Empore und am Ende des Mittelgangs. Bei Hybrid-Streaming arbeiten wir mit 5 bis 10 kabellosen Mini-Kameras. Es liegen also keine Kabel quer durch die Bänke, und niemand muss über Stative steigen.
Bewährt haben sich in Kirchen diese Positionen:
Eine mobile Kamera mit Assistent (250 €) bringt bewegte Bilder, ist in einer Kirche aber nur sinnvoll, wenn es ruhige Wege gibt. Für die meisten Kirchenkonzerte reichen die fest platzierten Mini-Kameras. Wie wir unauffällig filmen, zeigt der Beitrag Mini-Kameras im Saal.
Bei öffentlichen Musikaufführungen überwiegt laut Bayerischem Landesamt für Datenschutzaufsicht „in aller Regel“ das Interesse des Vereins, die Veranstaltung zu zeigen. Eine Einwilligung ist vor allem bei Einzelbildern unbeteiligter Zuschauer:innen nötig. Bei Kindern ist „Fingerspitzengefühl“ gefragt, im Zweifel braucht es die Einwilligung der Sorgeberechtigten. Informiert werden muss vorab, etwa per Einladung, Plakat oder mündlich.
In Österreich gilt § 78 UrhG: Eine Veröffentlichung ist unzulässig, wenn berechtigte Interessen der Abgebildeten verletzt werden, zusätzlich gilt die DSGVO. Die Datenschutzbehörde hat bei Kindern festgehalten, dass ein Hinweis in der Ausschreibung nicht als Einwilligung reicht. Praktisch heißt das: Kameras auf Chor und Altarraum richten, Publikum nur von hinten oder in der Totale zeigen, keine Nahaufnahmen von Besucher:innen. Dies ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall prüfen Sie bei der zuständigen Datenschutzstelle.
Ja, ein Livestream aus der Kirche ist gut möglich und für viele Pfarrgemeinden besonders wertvoll, etwa für ältere Menschen, die nicht mehr in die Kirche kommen. Die Herausforderung ist meist das Internet, denn viele Kirchen haben kein WLAN. Das Grundpaket umfasst ein 5G-Netzwerk, ob die Verbindung am Ort für einen stabilen Stream reicht, klären wir vorab mit Ihnen.
Als Richtwert nennt YouTube für einen Livestream in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde mindestens 5 und empfohlen 14 Mbit/s Upload. Für den Ton empfiehlt YouTube 128 kbit/s Stereo. Gerade bei Chormusik lohnt es, beim Ton nicht zu sparen.
Ein Kirchenkonzert bis 2 Stunden kostet bei Hybrid-Streaming im Grundpaket 750 €, mit Kameras, Live-Schnitt, Aufzeichnung und auf Wunsch Livestream. Ein typisches Adventkonzert von 90 Minuten mit Tontechnik und Licht, 25 km vom nächsten Standort entfernt, rechnet sich so:
Die Preise sind Endpreise ohne Umsatzsteuer, da wir Kleinunternehmer sind. Die fertige Aufzeichnung haben Sie meist noch am selben Abend. Ihren Preis berechnen Sie im Preisrechner, alle Leistungen für Chöre finden Sie unter Konzert und Chor aufnehmen lassen, Beispiele unserer Arbeit unter Referenzen.
Quellen: DPA, How to mic a choir, BayLDA, FAQ Bilder und Verein, WKO, Fotografie und Werbung, Tiroler Tageszeitung zur Datenschutzbehörde, YouTube Hilfe, Einstellungen für Livestreams.
Sprechen Sie das Filmen in jedem Fall vorher mit der Pfarre oder Kirchenverwaltung ab, denn sie ist für den Kirchenraum zuständig. Nennen Sie, was gefilmt wird, wo Kameras stehen, ob ein Livestream geplant ist und wo das Video erscheint. Manche Pfarren haben eigene Regeln für Aufnahmen. Eine schriftliche Zusage per E-Mail schafft Klarheit für alle Beteiligten.
Das Mikrofon des Handys oder der Kamera ist zu weit vom Chor entfernt und nimmt vor allem den Nachhall des Raums auf. Abhilfe schafft ein eigenes Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, wie es der Hersteller DPA für Chöre empfiehlt, ergänzt um Stützmikrofone für Solist:innen oder Orgel. Unsere Option Tontechnik um 200 € deckt das für die meisten Kirchenkonzerte ab.
Bei guter Planung kaum. Wir arbeiten mit kabellosen Mini-Kameras, die an Säulen, auf der Empore oder am Ende des Mittelgangs stehen. Es liegen keine Kabel in den Bänken, und während des Konzerts bewegt sich niemand mit Kamera durch das Kirchenschiff. Die Regie sitzt abseits, sodass weder Publikum noch Liturgie gestört werden.
Bei öffentlichen Musikaufführungen ist das laut BayLDA in aller Regel zulässig, wenn vorab informiert wird; heikel sind Einzelbilder unbeteiligter Personen und Kinder. In Österreich gelten § 78 UrhG und die DSGVO. Zeigen Sie das Publikum am besten nur von hinten oder in der Totale. Keine Rechtsberatung: Prüfen Sie Einzelfälle bei der zuständigen Datenschutzstelle.
Oft ja. Das Grundpaket von Hybrid-Streaming umfasst ein 5G-Netzwerk, ob die Verbindung am Ort stabil genug ist, klären wir vorab mit Ihnen. YouTube empfiehlt für 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde 14 Mbit/s Upload, mindestens 5 Mbit/s. Ist der Empfang zu schwach, bleibt die Aufzeichnung als sichere Lösung und kann noch am selben Abend online gehen.
Schicken Sie uns Kirche, Datum und Besetzung. Wir sagen Ihnen, welche Technik der Raum braucht und was es kostet.

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