Ein Chorkonzert lebt vom Klang, und genau der geht bei vielen Aufnahmen verloren. Hier lesen Sie, warum das so ist, wie Mikrofone richtig stehen und was Ihr Chor selbst für eine gute Aufnahme tun kann.
Von Sebastian Frankenberger, Live-Regie bei Hybrid-Streaming · 6 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt
Bei einem Chorvideo verzeiht das Publikum fast jedes Bild, aber kaum einen schlechten Klang. Ein leicht unscharfer Dirigent stört niemanden, ein dünner, halliger Chor mit lautem Hüsteln aus Reihe drei dagegen schon. Darum geht es hier zuerst um den Ton und erst danach um die Kameras.
Meist, weil das Mikrofon an der falschen Stelle steht: im Handy, in der Kamera oder hinten im Saal. Dort nimmt es vor allem den Raum auf, also Nachhall, Publikum und Lüftung, und den Chor nur noch von weitem. Im Saal gleicht das Gehör vieles aus, die Aufnahme nicht.
Dazu kommen drei typische Probleme:
Vor den Chor, mit einem Stereo-Hauptsystem in einem Abstand, der sich nach der Breite des Chors richtet. Der Mikrofonhersteller DPA beschreibt für Aufnahmen Stereoanordnungen wie AB, XY oder ORTF als Hauptsystem und rät, den Abstand an die Chorbreite anzupassen und über Lautsprecher abzuhören, nicht nur über Kopfhörer (DPA: How to mic a choir).
Ergänzend können Stützmikrofone einzelne Bereiche hörbar machen. DPA empfiehlt, äußere Stützen im Panorama voll nach links und rechts zu legen und innere auf etwa 40 bis 60 %. So bleibt das Klangbild des Chors so breit, wie es im Saal wirkt.
| Element | Aufgabe | Worauf achten |
|---|---|---|
| Stereo-Hauptsystem (AB, XY, ORTF) | Gesamtklang des Chors im Raum | Abstand nach Chorbreite, mittig vor dem Ensemble |
| Stützmikrofone | einzelne Stimmgruppen oder Soli verdeutlichen | außen voll links und rechts, innen 40 bis 60 % |
| Mikrofon für Moderation | Begrüßung, Ansagen, Dank | wird mit aufgezeichnet, nicht nur beschallt |
| Abhören | Kontrolle der Mischung | über Lautsprecher, nicht nur Kopfhörer |
Meist nicht, denn Beschallung und Aufnahme verfolgen verschiedene Ziele. Die Beschallung soll den Saal lauter machen, ohne zu rückkoppeln, dafür arbeitet man mit nahen Mikrofonen und Abständen nach der 3:1-Regel, die DPA ebenfalls beschreibt. Die Aufnahme soll dagegen den Gesamtklang einfangen, wie ihn ein Mensch in einer guten Reihe hört.
Viele Chöre singen ohnehin ohne Verstärkung. Dann gibt es gar keine Anlage, an die man sich anschließen könnte, und die Aufnahme braucht eigene Mikrofone. Gibt es eine Anlage für Moderation oder Solist:innen, ist ein zusätzliches Signal daraus trotzdem hilfreich, damit Ansagen verständlich bleiben.
Mehr, als viele denken: Aufstellung, Raum und Ruhe im Saal entscheiden mit. Bewährt haben sich diese Punkte:
Tipp: Bitten Sie die Chorleitung, das Mikrofon bei der Generalprobe einmal bewusst anzusingen, etwa mit dem lautesten und dem leisesten Stück im Programm. So lässt sich die Aussteuerung festlegen, bevor das Publikum im Saal ist.
Für die meisten Chorkonzerte reicht die Tontechnik-Option um 200 €, bei vielen Mikrofonen oder Live-Band zusätzlich ein eigener Tontechniker um 450 €. Die Tontechnik-Option umfasst zwei Richtmikrofone, die Verkabelung der Sprecher:innen und bis zu vier weitere Mikrofone. Damit lassen sich Hauptmikrofonie und Moderation sauber abdecken.
Ein Rechenbeispiel mit unseren echten Preisen: Ein Chor gibt ein Konzert mit 1 Stunde 45 Minuten, der Saal liegt 50 km entfernt. Grundpaket 750 € plus Tontechnik 200 € plus Anfahrt 50 km × 2 × 0,42 € = 42 €. Gesamt: 992 €. Das Grundpaket enthält 5 bis 10 kabellose Mini-Kameras, Live-Schnitt, Aufzeichnung und auf Wunsch einen Livestream. Die fertige Aufnahme gibt es meist am selben Abend. Alle Preise sind Endpreise, Ihren Betrag zeigt der Preisrechner.
Wollen Sie den Ton später selbst nachbearbeiten oder eine CD-Fassung erstellen lassen, sind die Rohdateien auf USB-Stick (50 €) sinnvoll. Mehr zur Leistung lesen Sie auf der Seite Konzert und Chor aufnehmen lassen.
Die Kameras zeigen, wer singt, und machen das Zuhören dadurch leichter. Ein Chor steht still, deshalb lebt das Bild von Wechseln: Totale auf das ganze Ensemble, Nahaufnahmen einzelner Stimmgruppen, der Blick auf die Chorleitung, Solist:innen im richtigen Moment. Mit mehreren kabellosen Mini-Kameras und Live-Schnitt folgt der Schnitt der Musik, etwa wenn der Sopran einsetzt oder das Klavier ein Zwischenspiel hat.
Wird das Konzert zusätzlich live gestreamt, kommt der Ton in komprimierter Form bei den Zuhörer:innen an. YouTube empfiehlt für Livestreams eine Audio-Bitrate von 128 kbit/s in Stereo (YouTube-Hilfe). Umso wichtiger ist ein sauberes Signal am Anfang der Kette: Was das Mikrofon nicht gut aufnimmt, kann kein Stream verbessern.
In der Kirche ist der Nachhall länger, und die Mikrofone müssen näher an den Chor. Was im Kirchenschiff erhaben klingt, verschwimmt in der Aufnahme schnell zu einem Klangteppich, in dem der Text verloren geht. Dazu kommen Rücksicht auf den Raum, wenig Licht und oft eingeschränkte Möglichkeiten, Kabel zu verlegen. Diesen Fragen widmet sich der Beitrag Kirchenkonzert filmen.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit ist die Aufzeichnung „200 Jahre Bruckner: Bruckner im Kremstal“, zu finden bei den Referenzen.
Sobald das Video online geht, brauchen Sie die passenden Musikrechte. In Österreich sind AKM und austro mechana zuständig, für Video zusätzlich das Synchronisationsrecht, das Urheber:innen bzw. Musikverlage vergeben (Leitfaden Blasmusikverband). In Deutschland deckt der GEMA-Vertrag von YouTube private, nicht gewerbliche Uploads ab (GEMA). Für die eigene Website oder Vimeo gelten eigene Tarife.
Die Details erklärt der Beitrag Konzertvideo veröffentlichen: AKM, GEMA und YouTube. Keine Rechtsberatung, im Einzelfall bei AKM, GEMA oder dem Musikverlag nachfragen.
Auch für Förderungen ist eine gute Aufnahme nützlich. Die Chorförderung in Niederösterreich verlangt als Nachweis einen „Bericht mit Fotos“ (Formular I-43). Standbilder aus dem Konzertvideo liefern dafür passendes Material. Ideen, was Vereine sonst noch aus einer Aufnahme machen, sammelt der Beitrag Jubiläumskonzert festhalten.
Quellen: DPA Microphones, How to mic a choir, Österreichischer Blasmusikverband, Streaming im Internet, GEMA, Musik auf YouTube, Land Niederösterreich, Förderung Chorwesen, YouTube-Hilfe, Livestream-Einstellungen
Für eine private Erinnerung vielleicht, für ein Video, das gern angehört wird, meist nicht. Das eingebaute Mikrofon nimmt vor allem Raum, Nachhall und Publikum auf, und vom Platz im Saal aus ist der Chor weit entfernt. Besser ist ein Stereo-Hauptmikrofon vor dem Chor, dessen Abstand an die Breite des Ensembles angepasst wird.
Für Aufnahmen empfiehlt der Hersteller DPA ein Stereo-Hauptsystem wie AB, XY oder ORTF vor dem Chor, mit einem Abstand passend zur Chorbreite. Stützmikrofone können einzelne Gruppen verdeutlichen, die äußeren werden dabei voll links und rechts gelegt, die inneren auf 40 bis 60 %. Welche Anordnung passt, hängt vom Raum und der Aufstellung ab.
Bei Hybrid-Streaming kostet das Grundpaket 750 € für bis zu 2 Stunden, mit mehreren Kameras, Live-Schnitt und Aufzeichnung. Die Tontechnik-Option mit Richtmikrofonen kostet 200 €, ein eigener Tontechniker 450 €. Dazu kommt die Anfahrt mit 0,42 € je Kilometer für Hin- und Rückweg. Ein Konzert mit 50 km Anfahrt kostet so 992 €, als Endpreis.
YouTube hat Verträge mit AKM und GEMA, private, nicht gewerbliche Uploads sind damit weitgehend abgedeckt. In Österreich ist für Video zusätzlich das Synchronisationsrecht beim Urheber oder Musikverlag zu beachten. Für die eigene Website oder Vimeo gelten andere Regeln. Das ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall bei AKM, GEMA oder dem Verlag nachfragen.
Legen Sie die Aufstellung früh fest und singen Sie bei der Generalprobe im Saal an, idealerweise das lauteste und das leiseste Stück. Stellen Sie die Begleitung nicht zu laut ein, sorgen Sie für Ruhe zwischen den Stücken und lassen Sie Begrüßung und Ansagen über ein Mikrofon laufen, das mit aufgezeichnet wird. Handys im Publikum sollten aus sein.
Erzählen Sie uns von Ihrem Chor, Raum und Programm. Wir planen Mikrofone und Kameras passend und nennen Ihnen einen Fixpreis.

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